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Max Hildebert Boehm
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Max Hildebert Boehm (* 16. MĂ€rz 1891 in Birkenruh bei Wenden, Livland; † 9. November 1968 in LĂŒneburg) war ein deutscher völkischer Politiker, Soziologe und Publizist.

Contents

‱ Nach 1945
‱ Ehrungen
‱ Schriften
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Herkunft und Jugend

Die Familie Boehms siedelte 1902 von Wenden nach Lothringen ĂŒber. Sein Vater Maximilian Boehm arbeitete dort als Gymnasiallehrer. Boehm studierte Geistes- und Kunstgeschichte, Philosophie und Soziologie und beendete sein Studium mit einer Dissertation ĂŒber Johann Gottlieb Fichte.

Politischer und beruflicher Werdegang

WĂ€hrend des Ersten Weltkrieges engagierte sich Boehm fĂŒr die deutsche Kulturpropaganda (vgl. Propaganda im Ersten Weltkrieg) und die politische „Grenzlandarbeit“. Gleichzeitig forschte er im Zusammenhang mit Themen wie „Grenz- und Auslanddeutschtum“ und europĂ€ischer NationalitĂ€tenkunde. Ab 1926 leitete er gemeinsam mit dem GrĂŒnder des Deutschen Schutzbundes fĂŒr die Grenz- und Auslandsdeutschen, Karl Christian von Loesch, das aus der Arbeitsstelle fĂŒr NationalitĂ€ten- und Stammesprobleme am Politischen Kolleg hervorgegangene Institut fĂŒr Grenz- und Auslandstudien (IGA) in Berlin-Steglitz. Von 1933 bis 1945 hatte er an der UniversitĂ€t Jena eine Professur fĂŒr Volkstheorie und Volkstumssoziologie und lehrte dort auch NationalitĂ€ten- und Grenzlandkunde.cite-ref-1[1]

Juniklub und Volksgruppenpolitik

In der Zwischenkriegszeit zĂ€hlte Boehm Ulrich Prehn zufolge zu den „wichtigsten Vertretern sowohl des ‚jungkonservativen‘ oder ‚konservativ-revolutionĂ€ren‘ Spektrums als auch der so genannten volksdeutschen Bewegung“.cite-ref-2[2]

Im Jahre 1918 arbeitete Boehm unter Max Erwin von Scheubner-Richter in der „Pressestelle Oberost VIII“ fĂŒr die deutschen Besatzer in Riga.cite-ref-piper62-3-0[3] Weitere Mitarbeiter waren Otto von Kursell und Arno Schickedanz.cite-ref-piper62-3-1[3]

1919 grĂŒndete er zusammen mit Arthur Moeller van den Bruck, Heinrich von Gleichen und Hans Roeseler den völkisch-nationalen Juniklub.

Boehm leitete zahlreiche Vereine und Organisationen, darunter die Deutsche Gesellschaft fĂŒr NationalitĂ€tenrecht (vormals: Ausschuß fĂŒr Minderheitenrecht), die auch international die Debatten um Minderheiten-, Autonomie- beziehungsweise „Volksgruppen“-Rechte „maßgeblich beeinflussten“.

Nach Prehn war Boehm „spĂ€testens seit den zwanziger Jahren als einer der maßgeblichen Sinn-, Deutungs- und Ideologie-Produzenten und -Akkumulatoren an der Schnittstelle zwischen theoretisch-konzeptioneller Arbeit und politischem Aktivismus auf der vorwiegend mit ‚völkischen‘ Kategorien argumentierenden und agitierenden politischen Rechten in Deutschland aktiv“.cite-ref-4[4]

Völkisches Denken und Das eigenstÀndige Volk

Boehm, dessen Gedankenwelt sich auf der Grundlage der völkischen Bewegung entwickelte, konstruierte ausgeprĂ€gte dualistische Denkweisen im Spannungsfeld von Vorbildern und Feindbildern. So waren fĂŒr ihn die Völker die einzig „wahren“, wirkmĂ€chtigen Geschichtssubjekte. „Volk“ und „Volkstum“, „Stamm“, „Landschaft“ und „Landsmannschaft“ sowie das Konstrukt des „Volks- und Kulturbodens“ des Geographen Albrecht Penck und Wilhelm Volz galten Boehm als die wichtigsten Gegenbegriffe zu dem, was er „Ideologie“ nennt, zur modernen Massengesellschaft, zur Zivilisation und zum Fortschrittsglauben, zu „Westlertum“, Liberalismus und Individualismus sowie allen Modellen einer StaatsbĂŒrgernation.

Sein Buch Das eigenstĂ€ndige Volk (1932) war beispielsweise als Abgrenzung zu Staatstheorien gedacht. Boehm stĂŒtzt sich nach Prehn dabei in seiner „Theoriebildung auf eine Vielzahl bisweilen eher dĂŒrftig definierter, vor allem aus den politischen Ideen der deutschen Romantik und der antinapoleonischen Befreiungskriege hergeleiteter Komposita des Begriffs ‚Volk‘“.cite-ref-1-5-0[5]

Neben Begriffen wie „VolksindividualitĂ€t“ und „Volkspersönlichkeit“ und in Abgrenzung zum Bereich des „Nationalen“, in dem nach Boehm das Spannungsfeld zwischen Volk und Staat angesiedelt sei, tauchen in den Überschriften einzelner Abschnitte seiner Schriften folgende weitere, jeweils sĂ€uberlich voneinander unterschiedene Ableitungen auf:

‱ „Volk als Artbegriff: das Völkische“,
‱ „Volk als GesellschaftsgefĂŒge: das Volkhafte“,
‱ „Volk als eigenstĂ€ndiges Wesen: das Volkliche“,
‱ „Volkswesenheit“ sowie ĂŒber
‱ „Volklichkeit als Haltung“cite-ref-1-5-1[5]

In den Kapiteln unter oben genannten Überschriften setzt Boehm sich mit unterschiedlichen Konzepten und Theorien des Volkes auseinander, die in seiner Zeit populĂ€r waren. Unter der Überschrift „Volk als Artbegriff: das Völkische“ findet eine kritische BeschĂ€ftigung mit jenen Theorien statt, die Volk rassisch begrĂŒnden. Dabei stehen im Mittelpunkt die Thesen von Hans F. K. GĂŒnther, Houston Stewart Chamberlain und Arthur de Gobinaeau – die Theorie des Letztgenannten bezeichnet Boehm auch als „nordische[n] Rassenmessianismus“.cite-ref-6[6] Boehm will der Rassenforschung seiner Zeit nicht ihren analytischen Erkenntniswert absprechen, meint aber, dass ihre â€žĂŒbereilte und unkritische volkstheoretische Anwendung [...] entschieden zu bekĂ€mpfen“ sei.cite-ref-7[7] Weiterhin wirft er den Rassetheoretikern vor, den Schluss von Rasse auf das Volk ebenso wenig begrĂŒnden zu können, wie die Reinheit von Rassen sowie deren kulturelle und soziale Wirkung. Sie wĂŒrden Geschichte naturalistisch deuten und diese dadurch entwerten. Es sei dieser „rassenkundliche Dilettantismus“ und „Blutdeterminismus“, der volkstheoretische Fragen verkĂŒrze und einer wissenschaftlichen BeschĂ€ftigung mit dem Volk im Wege stĂŒnde.cite-ref-8[8]

Unter der Überschrift „Volk als GesellschaftsgefĂŒge: das Volkhafte“ findet bei Boehm eine Diskussion des romantischen Volksbegriffes statt, der Volk als etwas Naturhaftes und UrtĂŒmliches versteht, das durch Industrialisierung, Urbanisierung, Liberalisierung und Vermassung zerstört werden wĂŒrde. Dieser Volksbegriff habe in der europĂ€ischen Geistes- und Ideengeschichte die lĂ€ngste Tradition und speise sich aus Platons Politeia sowie der mittelalterlichen StĂ€ndeordnung. Als Volk werde hier der NĂ€hrstand bezeichnet, der zutiefst konservativ sei und so das „Volkhafte“ bewahren wĂŒrde. Boehm fĂŒhrt aus, dass diese Vorstellung in der Romantik popularisiert und verwissenschaftlicht wurde und seitdem als 'organisch' bezeichnet werde. Zwar bezieht sich Boehm positiv auf die Vertreter dieses VolksverstĂ€ndnisses, allen voran Johann Gottfried Herder und Wilhelm Heinrich Riehl, kritisiert aber einerseits ihre GegenĂŒberstellung von Volk und Gesellschaft im Sinne der Gemeinschaft-Gesellschaft-Dichothomie Ferdinand Tönnies’, andererseits den Versuch, im Volk „gewisse Urformen der Gesellschaft zu ermitteln, die allen geschichtlichen und örtlichen Abwandlungen als etwas Urhaft-MenschentĂŒmliches zugrunde liegen“.cite-ref-2-9-0[9] Diese Vorstellungen fĂŒhrten immer zur Annahme, beim Volk handele es sich um eine Gemeinschaft im paradiesischen Zustande, die diesen durch die Moderne verloren habe. Das sei jedoch eine wissenschaftlich unzulĂ€ssige Anschauung, so Boehm, in der Wesen und Natur miteinander identifiziert werden wĂŒrden: „Wesen und Natur gehen in solchen Deutungen ineinander ĂŒber“.cite-ref-2-9-1[9]

Allen traditionellen Vorstellungen des Volkes sei die Sehnsucht nach „dem Volk“ oder „dem Volkhaften als solchem“ eigen. Durch diese Vorannahme gebe es aber nur ein Volk und nicht ein Volk unter Völkern. Dabei werde ĂŒbersehen, dass die Grenze, also die Abgrenzung der Völker untereinander konstitutiv fĂŒr ihre Existenz sei: „Aber diese Grenze darf nicht nur rĂ€umlich verstanden werden, sondern sie scheidet ein vielfĂ€ltiges So-oder-anders-Sein“.cite-ref-3-10-0[10] Boehm selbst will Volk als „geistigen Zusammenhang“ verstanden wissen, der zu zwischen den Angehörigen dessen eine „relative ArtĂ€hnlichkeit“ stiftet. Diese relative ArtĂ€hnlichkeit stifte eine Gemeinschaft, die durch die Volksangehörigen verwirklicht werde und „die das Zentrum der Personenhaftigkeit des Einzelnen betrifft“: „Volk in diesem Sinn verwirklicht sich in einer gemeinschaftlichen Kulturaussonderung, die wir Volkstum nennen, dieses Volkstum wird von einem gemeinschaftlichen und arteigenen Geist getragen, fĂŒr dessen inbildliches Maß und Ziel die Bezeichnung Volkheit vorgeschlagen ist“.cite-ref-0-11-0[11] Das Volkstum konkretisiert sich sozial und geschichtlich in Recht und Sitte, forme aber auch den Einzelnen durch eine diesem oktroyierte Haltung. Diese Haltung will Boehm als volklichen Ethos verstanden wissen, in dem auch ein Zielbild wurzele, „das die Ebene des staatlichen Lebens bestimmt“.cite-ref-3-10-1[10] Zwar wolle Boehm weder das Völkische sowie das Volkhafte zur Bestimmung des Volkes unbeachtet lassen, will aber verstanden wissen, dass das Volk eigenstĂ€ndig und nicht auf Rasse, Gesellschaft, Staat oder etwa Religion zu reduzieren sei.

Selbstbezeichnend zielt Boehm auf eine Volkstheorie, die das Volk ernst und wesenhaft nimmt, ohne einer biologistischen, soziologistischen oder etatistischen Reduktion zum Opfer zu fallen: „Damit ist gegen jeden Nationalismus, der das Volkliche ins absolute ĂŒbersteigert, eine feste Scheidewand errichtet“. Gegen das „ethnokratische Prinzip“ des Nationalismus stellt Boehm seine eigene Position, die er als „ethnopathetische Haltung“ bezeichnet. Diese ethnopathetische Haltung begreift das Volk nicht als Volk im metaphysischen oder ontologischen Sinne, sondern als Volk unter Völkern: „Die Welt, in der das Volk seinen Ort hat, ist uns deshalb durch einen Pluralismus irgendwelcher Art bestimmt“.cite-ref-0-11-1[11]

Die von ihm und weiten Teilen der Rechten, der Deutschnationalen Bewegung und den Jungkonservativen propagierte deutsche „Volksgemeinschafts“-Ideologie zielte, so Prehn, „im Kern auf die Zerschlagung sowohl der politischen Fundamente der Weimarer Demokratie als auch auf die Revision der europĂ€ischen Nachkriegsordnung ab“.cite-ref-12[12] Eine „national verantwortliche“ deutsche „Volksgemeinschaft“ sollte sich nach dem Untergang des Kaiserreichs ĂŒber Klassen-, Standes- und Konfessionsgrenzen hinwegsetzenden und diente als propagandistisches Kampfmittel fĂŒr den „Staatsboykott“.cite-ref-4-13-0[13]

Die Formel Korporativismus

Eine besondere Bedeutung im Rahmen von Boehms politischen Konzepten hatte fĂŒr ihn der „Korporativismus“. Auf der Grundlage dieses stĂ€ndestaatlichen Prinzips glaubte er beispielsweise an eine „organische Volksgliederung“ und eine „Gesundung“ des deutschen Volks, das die „völkischen“ Rechten durch den „westlerischen Zivilisationskult“ und die „Vermassung“ bedroht sahen. Gleichzeitig hatte dieses Modell fĂŒr ihn Vorbildfunktion fĂŒr ein ĂŒbernationales „Ordnungsprinzip“, das sich in der Forderung „kultureller Autonomie der NationalitĂ€ten“ ausdrĂŒckte.cite-ref-4-13-1[13]

Nach Boehms Weltbild sollten Völker oder „Volksgruppen“, aber nicht der Staat rechtsgestaltend sein. So schrieb er beispielsweise: „Kulturautonomie und Volksrecht, Erscheinungen aus verwandter Wurzel, können vom Staat nicht gewĂ€hrt, sondern nur anerkannt werden“.cite-ref-14[14]

Antisemitismus

Wie generell AnhĂ€nger völkischer Ideologie war auch Boehm entschiedener Antisemit.cite-ref-15[15] Die Rassekategorie „Blut“ war fĂŒr ihn z. B. ein gutes Exklusionsmittel, um die besetzten Ostgebiete zu germanisieren, denn "Der Begriff deutsches Blut war ausgezeichnet, um uns gegen die Juden abzugrenzen."cite-ref-16[16]

Radikalisierung im Nationalsozialismus

In aller AggressivitĂ€t und RadikalitĂ€t formulierte Boehm seine „antiassimilationistische“, ethnopolitische Programmatik, in seinem – so Prehn – „die nationalsozialistische ‚Judenpolitik‘ des Jahres 1933 offensiv rechtfertigenden Artikel in der jungkonservativen Zeitschrift ‚Der Ring‘ vom 28. April 1933.“cite-ref-5-17-0[17]

WĂ€hrend der Zeit des Nationalsozialismus propagierte Boehm als „Souffleur der Macht“ (van Laak), „als Experte und Politikberater auf ‚volkstumspolitischem‘ und nationalitĂ€tenrechtlichem Gebiet, unter anderem in verschiedenen AusschĂŒssen der Akademie fĂŒr Deutsches Recht, die konsequente ‚Dissimilation‘ von ‚Volksgruppen‘“.cite-ref-5-17-1[17] 1934 wurde er förderndes Mitglied der SS. In die NSDAP wurde er allerdings trotz der UnterstĂŒtzung durch den Gauleiter von ThĂŒringen Fritz Sauckel nicht aufgenommen, weil er 1932 in Das eigenstĂ€ndige Volk die Rassendoktrin Alfred Rosenbergs als „pseudo-religiöse Blutmystik“ abgetan hatte.cite-ref-18[18] Ebenfalls wurde Boehms Konzept des eigenstĂ€ndigen Volkes vonseiten der NS-Behörden als inkompatibel mit der herrschenden Rassenideologie im Allgemeinen und jener der SS im Besonderen gesehen. So unterschied Boehm streng zwischen Volk und Rasse, was ihn beispielsweise zu einem BefĂŒrworter der Integration der Polen in Deutschland werden ließ. Als ein Beispiel fĂŒr ‚slawische Deutsche‘ nannte er die ThĂŒringer und mit diesen „Richard Wagner, Fichte, Klinger, die wir als Prototypen des Deutschtums zu bezeichnen pflegen.“cite-ref-19[19]

Im Dezember 1944, „auf einer von den SD-/SS-Intellektuellen Otto Ohlendorf und Reinhard Höhn einberufenen Arbeitsbesprechung des Reichswirtschaftsministeriums ĂŒber soziologische Fragen und Aufgaben“, machte er sich laut Prehn „dafĂŒr stark, dass namentlich die verantwortlichen MĂ€nner der deutschen WirtschaftsfĂŒhrung und Wirtschaftsplanung, wenn sie den ‚Wirtschaftsexponenten‘ der ‚Fremdvölker‘ gegenĂŒbertrĂ€ten, ausgerĂŒstet sein sollten“.cite-ref-20[20] Boehm sagte dort wörtlich:

„(
) mit einem gewissen Werkzeug der Völkerpsychologie, ganz praktisch in dem Sinne, dass sie wissen, welche Wirkung die Strukturbegriffe unserer Volksordnung haben, ohne, dass sie nun etwa im Zuge dieser verantwortlichen Planungen usw. anderen Völkern auch aufgedrĂ€ngt werden sollen. Man wird, wenn wir fĂŒhren wollen, sich mit einem Minimum von AufdrĂ€ngen begnĂŒgen mĂŒssen[,] und wenn man dies will, muss man eine gewisse Vorstellung haben, wie die Volksordnung der anderen Völker aussieht[,] und weiter eine gewisse Vorstellung von der nationalen Bedingtheit unserer eigenen Volksordnung.“cite-ref-21[21]

Nach 1945

Im Oktober 1945 wurde Boehm aus dem Öffentlichen Dienst entlassen. Er zog von der Sowjetischen Besatzungszone in die Britische Zone, konnte sich akademisch aber nicht wieder etablieren. 1951 grĂŒndete er die spĂ€ter staatlich geförderte „Nordostdeutsche Akademie“ in LĂŒneburg. Sie wurde spĂ€ter in „Ostdeutsche Akademie“ beziehungsweise „Ost-Akademie“ umbenannt.cite-ref-22[22]

In der Sowjetischen Besatzungszone wurden folgende Schriften Boehms auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt:cite-ref-23[23]

‱ Was uns not tut (Kulturliga, Berlin 1919).
‱ Der Verrat des Ostens und das gefĂ€hrdete Preußen (Vertriebsstelle politischer Schriften, Berlin 1921).
‱ Ruf der Jungen (Urban-Verlag, Freiburg 1933).
‱ Die deutschen Grenzlande (Hobbing, Berlin 1930).
‱ Der BĂŒrger im Kreuzfeuer (Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1933).
‱ Volksdeutsche Forderungen zur Hochschulerneuerung (Kohlhammer, Stuttgart 1933).
‱ Der 18. Januar und die andern Deutschen (Fischer, Jena 1934).
‱ Volkstheorie als politische Wissenschaft (Frommann, Jena 1934).
‱ Die Krise des NationalitĂ€tenrechts (Frommann, Jena 1935).
‱ Volkstheorie und Volkstumspolitik der Gegenwart (Junker und DĂŒnnhaupt, Berlin 1935).
‱ ABC der Volkstumskunde (Verlag Volk und Heimat, Potsdam 1936).
‱ Volkskunde (Weidmann, Berlin 1937).
‱ Volkstumswechsel und Assimilationspolitik (Frommann, Jena 1938).
‱ Deutsch-Österreichs Wanderschaft und Heimkehr (Essener Verlagsanstalt, Essen 1939) sowie
‱ das von Boehm zusammen mit Karl Christian von Loesch herausgegebene Der befreite Osten (Dt. Buchvertriebsstelle Hofmeier, Berlin 1940).

In der Deutschen Demokratischen Republik folgten auf diese Liste noch Boehms Schriften

‱ Kleines politisches Wörterbuch (Kochler, Leipzig 1919),
‱ Körperschaft und Gemeinwesen (Koehler, Leipzig 1920),
‱ Was will Volkslehre? (Franckh, Stuttgart 1934) sowie
‱ das von Boehm zusammen mit Arthur Moeller van den Bruck und Heinrich von der Gleichen herausgegebene Die neue Front (Paetel, Berlin 1922).cite-ref-24[24]

Boehms Arbeitsgebiete lagen bis in den 1960er-Jahren hauptsĂ€chlich in der FlĂŒchtlings-, Vertriebenen- und Deutschlandpolitik.cite-ref-25[25]

Nach Kriegsende entwickelte Boehm im flĂŒchtlingspolitischen Diskurs seine stets pragmatisch-politisch angelegten Konzepte fort. Zusammen mit anderen ehemaligen Mitarbeitern wie Eugen Lemberg begann er mit „semantischen Umbau-Arbeiten“,cite-ref-6-26-0[26] um an seine frĂŒheren EntwĂŒrfe wieder anknĂŒpfen zu können. Die „bisweilen auch durchaus inhaltlich-konzeptionellen Umbauten“, so urteilt Prehn, stellten sich bei „nĂ€herer Betrachtung vielfach oft kaum mehr“ dar „als Neuetikettierungen, Adaptionen und eher leichte, oberflĂ€chliche Transformationen 'alter' EntwĂŒrfe aus den 1920er/30er Jahren“.

Es begann eine intensive geschichtspolitische Phase der Revision und vor allem der Aufrechnung mit Vertreibungen und Zwangsumsiedlungen sowie der Flucht der Deutschen aus den nun auf lÀngere Sicht verloren erachteten deutschen Ostgebieten.cite-ref-6-26-1[26]

Wirkungsgeschichte

In der Forschung weisen rĂŒckblickend besonders Ulrich Prehn, Samuel Salzborn und Axel Schildt auf die Nachhaltigkeit seiner Konzepte und Konstruktionen hin, mit denen er und andere Rechtsintellektuelle wie etwa Hermann Raschhofer die ethno- beziehungsweise ordnungspolitischen Diskurse in Deutschland bis in die 1960er Jahre formten.

Ehrungen

‱ 1956: Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland

Schriften

‱ Natur und Sittlichkeit bei Fichte, Halle an der Saale 1914.
‱ Der Sinn der humanistischen Bildung, Verlag von Georg Reimer, Berlin 1916.
‱ Das eigenstĂ€ndige Volk. Volkstheoretische Grundlagen der Ethnopolitik und Geisteswissenschaften, Göttingen 1932.
‱ Das eigenstĂ€ndige Volk. EinfĂŒhrung in die Elemente einer europĂ€ischen Völkersoziologie. Göttingen 1932.
‱ Der BĂŒrger im Kreuzfeuer, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1933.
‱ (Hrsg. gemeinsam mit Karl Christian von Loesch): Deutsches Grenzland. Jahrbuch des Instituts fĂŒr Grenz- und Auslandsstudien 1935, Kurt Hofmeier, Berlin 1935.
‱ (Hrsg. gemeinsam mit Karl Christian von Loesch): Der befreite Osten, Dt. Buchvertriebsstelle Hofmeier, Berlin 1940.
‱ Das eigenstĂ€ndige Volk. Grundlegung der Elemente einer europĂ€ischen Völkersoziologie. Darmstadt 1965.

Literatur

‱ JĂŒrgen Elvert: Max Hildebert Boehm, in: Michael Fahlbusch, Ingo Haar, Alexander Pinwinkler (Hrsg.): Handbuch der völkischen Wissenschaften. Akteure, Netzwerke, Forschungsprogramme. Unter Mitarbeit von David Hamann, Bd. 1, Berlin 2017, ISBN 978-3-11-042989-3, S. 66–70.
‱ Michael GrĂŒttner: Biographisches Lexikon zur nationalsozialistischen Wissenschaftspolitik, Heidelberg 2004, S. 25.
‱ Carsten Klingemann: Die soziologische Volkstheorie von Max Hildebert Boehm und die nationalsozialistische Germanisierungspolitik. In: Rainer Mackensen, JĂŒrgen Reulecke, Josef Ehmer (Hrsg.): UrsprĂŒnge, Arten und Folgen des Konstrukts „Bevölkerung“ vor, im und nach dem „Dritten Reich“. VS Verlag fĂŒr Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-531-91514-2, S. 345–361.
‱ Dirk van Laak: „Nach dem Sturm schlĂ€gt man auf die Barometer ein ...“. Rechtsintellektuelle Reaktionen auf das Ende des „Dritten Reiches“. In: Werkstatt Geschichte 17, 1997.
‱ Ulrich Prehn: Max Hildebert Boehm. Radikales Ordnungsdenken vom Ersten Weltkrieg bis in die Bundesrepublik. Wallstein-Verlag, Göttingen 2013, ISBN 978-3-8353-1304-0.
‱ Ulrich Prehn: Die wechselnden Gesichter eines „Europa der Völker“ im 20. Jahrhundert. Ethnopolitische Vorstellungen bei Max Hildebert Boehm, Eugen Lemberg und Guy HĂ©raud. In: Heiko Kauffmann, Helmut Kellershohn, Jobst Paul (Hrsg.): Völkische Bande. Dekadenz und Wiedergeburt. Analysen rechter Ideologie. Unrast, MĂŒnster 2005, ISBN 3-89771-737-9, S. 123–157.
‱ Ulrich Prehn: An der schmalen Grenze zwischen Wissenschaft und Politik: Max Hildebert Boehm und die GrĂŒndungsgeschichte der (Nord-)Ostdeutschen Akademie. In: Deutsche Studien 39, 2003/2004, H. 149, S. 27–51.
‱ Samuel Salzborn: Kampf gegen die AufklĂ€rung. Das ethnokulturelle Konzept der Volksgruppenpolitik. In: Forum Wissenschaft 1/2003.
‱ Eyk UeberschĂ€r: Jungkonservative Vorstellungen eines NationalitĂ€tenrechts bei Max Hildebert Boehm. (= Wissenschaftliche BeitrĂ€ge der Friedrich-Schiller-UniversitĂ€t Jena, Konservatismusforschung. Heft 2), 1990.

Weblinks

‱ Literatur von und ĂŒber Max Hildebert Boehm im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
‱ Eintrag zu Max Hildebert Boehm in Kalliope
‱ Baltische Historische Kommission (Hrsg.): Eintrag zu Boehm, Maximilian Hildebert. In: BBLD – Baltisches biografisches Lexikon digital
‱ Nachlass Bundesarchiv N 1077

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Referiert und zitiert wird im Folgenden aus Ulrich Prehn: Die wechselnden Gesichter eines ‚Europa der Völker‘ im 20. Jahrhundert. Ethnopolitische Vorstellungen bei Max Hildebert Boehm, Eugen Lemberg und Guy HĂ©raud. In: Heiko Kauffmann, Helmut Kellershohn, Jobst Paul (Hrsg.): Völkische Bande. Dekadenz und Wiedergeburt – Analysen rechter Ideologie. MĂŒnster 2005, S. 123–157, hier: S. 126.
cite-note-22. ↑ Ulrich Prehn: Die wechselnden Gesichter eines ‚Europa der Völker‘ im 20. Jahrhundert. Ethnopolitische Vorstellungen bei Max Hildebert Boehm, Eugen Lemberg und Guy HĂ©raud. In: Heiko Kauffmann, Helmut Kellershohn, Jobst Paul (Hrsg.): Völkische Bande. Dekadenz und Wiedergeburt – Analysen rechter Ideologie. MĂŒnster 2005, S. 123–157, hier: S. 125.
cite-note-piper62-33. ↑ Ernst Piper: Alfred Rosenberg. Hitlers Chefideologe, MĂŒnchen 2005, S. 62.
cite-note-44. ↑ Ulrich Prehn: Die wechselnden Gesichter eines ‚Europa der Völker‘ im 20. Jahrhundert. Ethnopolitische Vorstellungen bei Max Hildebert Boehm, Eugen Lemberg und Guy HĂ©raud. In: Heiko Kauffmann, Helmut Kellershohn, Jobst Paul (Hrsg.): Völkische Bande. Dekadenz und Wiedergeburt – Analysen rechter Ideologie. MĂŒnster 2005, S. 123–157, hier: S. 126.
cite-note-1-55. ↑ Ulrich Prehn: Die wechselnden Gesichter eines ‚Europa der Völker‘ im 20. Jahrhundert. Ethnopolitische Vorstellungen bei Max Hildebert Boehm, Eugen Lemberg und Guy HĂ©raud. In: Heiko Kauffmann, Helmut Kellershohn, Jobst Paul (Hrsg.): Völkische Bande. Dekadenz und Wiedergeburt – Analysen rechter Ideologie. MĂŒnster 2005, S. 123–157, hier: S. 130.
cite-note-66. ↑ Max Hildebert Boehm: Das eigenstĂ€ndige Volk. Volkstheoretische Grundlagen der Ethnopolitik und Geisteswissenschaften. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1932, S. 41.
cite-note-77. ↑ Max Hildebert Boehm: Das eigenstĂ€ndige Volk. Volkstheoretische Grundlagen der Ethnopolitik und Geisteswissenschaften. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1932, S. 22.
cite-note-88. ↑ Max Hildebert Boehm: Das eigenstĂ€ndige Volk. Volkstheoretische Grundlagen der Ethnopolitik und Geisteswissenschaften. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1932, S. 23.
cite-note-2-99. ↑ Max Hildebert Boehm: Das eigenstĂ€ndige Volk. Volkstheoretische Grundlagen der Ethnopolitik und Geisteswissenschaften. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1932, S. 24.
cite-note-3-1010. ↑ Max Hildebert Boehm: Das eigenstĂ€ndige Volk. Volkstheoretische Grundlagen der Ethnopolitik und Geisteswissenschaften. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1932, S. 38.
cite-note-0-1111. ↑ Max Hildebert Boehm: Das eigenstĂ€ndige Volk. Volkstheoretische Grundlagen der Ethnopolitik und Geisteswissenschaften. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1932, S. 39.
cite-note-1212. ↑ Ulrich Prehn: Die wechselnden Gesichter eines ‚Europa der Völker‘ im 20. Jahrhundert. Ethnopolitische Vorstellungen bei Max Hildebert Boehm, Eugen Lemberg und Guy HĂ©raud. In: Heiko Kauffmann, Helmut Kellershohn, Jobst Paul (Hrsg.): Völkische Bande. Dekadenz und Wiedergeburt – Analysen rechter Ideologie. MĂŒnster 2005, S. 123–157, hier: S. 131.
cite-note-4-1313. ↑ Ulrich Prehn: Die wechselnden Gesichter eines ‚Europa der Völker‘ im 20. Jahrhundert. Ethnopolitische Vorstellungen bei Max Hildebert Boehm, Eugen Lemberg und Guy HĂ©raud. In: Heiko Kauffmann, Helmut Kellershohn, Jobst Paul (Hrsg.): Völkische Bande. Dekadenz und Wiedergeburt – Analysen rechter Ideologie. MĂŒnster 2005, S. 123–157, hier: S. 132.
cite-note-1414. ↑ Zitiert nach Ulrich Prehn: Die wechselnden Gesichter eines ‚Europa der Völker‘ im 20. Jahrhundert. Ethnopolitische Vorstellungen bei Max Hildebert Boehm, Eugen Lemberg und Guy HĂ©raud. In: Heiko Kauffmann, Helmut Kellershohn, Jobst Paul (Hrsg.): Völkische Bande. Dekadenz und Wiedergeburt – Analysen rechter Ideologie. MĂŒnster 2005, S. 123–157, hier: S. 135.
cite-note-1515. ↑ Carola Dietze: Nachgeholtes Leben. Helmuth Plessner 1892–1985, Göttingen 2006, S. 410.
cite-note-1616. ↑ Carsten Klingemann: Die soziologische Volkstheorie von Max Hildebert Boehm und die nationalsozialistische Germanisierungspolitik. In: Rainer Mackensen, JĂŒrgen Reulecke, Josef Ehmer (Hrsg.): UrsprĂŒnge, Arten und Folgen des Konstrukts „Bevölkerung“ vor, im und nach dem „Dritten Reich“. Wiesbaden 2009, S. 345–361, hier: S. 349.
cite-note-5-1717. ↑ Ulrich Prehn: Die wechselnden Gesichter eines ‚Europa der Völker‘ im 20. Jahrhundert. Ethnopolitische Vorstellungen bei Max Hildebert Boehm, Eugen Lemberg und Guy HĂ©raud. In: Heiko Kauffmann, Helmut Kellershohn, Jobst Paul (Hrsg.): Völkische Bande. Dekadenz und Wiedergeburt – Analysen rechter Ideologie. MĂŒnster 2005, S. 123–157, hier: S. 137.
cite-note-1818. ↑ Carsten Klingemann: Soziologie im Deutschland der Weimarer Republik, des Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit. Der schwierige Umgang mit einer politisch-ideologisch belasteten Entwicklungsphase. Springer VS, Heidelberg, Wiesbaden 2020, ISBN 978-3-658-30616-8, S. 96.
cite-note-1919. ↑ Carsten Klingemann: Soziologie im Deutschland der Weimarer Republik, des Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit. Der schwierige Umgang mit einer politisch-ideologisch belasteten Entwicklungsphase. Springer VS, Heidelberg, Wiesbaden 2020, ISBN 978-3-658-30616-8, S. 99.
cite-note-2020. ↑ Ulrich Prehn: Die wechselnden Gesichter eines ‚Europa der Völker‘ im 20. Jahrhundert. Ethnopolitische Vorstellungen bei Max Hildebert Boehm, Eugen Lemberg und Guy HĂ©raud. In: Heiko Kauffmann, Helmut Kellershohn, Jobst Paul (Hrsg.): Völkische Bande. Dekadenz und Wiedergeburt – Analysen rechter Ideologie. MĂŒnster 2005, S. 123–157, hier: S. 138.
cite-note-2121. ↑ Zitiert bei Ulrich Prehn: Die wechselnden Gesichter eines ‚Europa der Völker‘ im 20. Jahrhundert. Ethnopolitische Vorstellungen bei Max Hildebert Boehm, Eugen Lemberg und Guy HĂ©raud. In: Heiko Kauffmann, Helmut Kellershohn, Jobst Paul (Hrsg.): Völkische Bande. Dekadenz und Wiedergeburt – Analysen rechter Ideologie. MĂŒnster 2005, S. 123–157, hier: S. 139.
cite-note-2222. ↑ Ulrich Prehn: Die wechselnden Gesichter eines ‚Europa der Völker‘ im 20. Jahrhundert. Ethnopolitische Vorstellungen bei Max Hildebert Boehm, Eugen Lemberg und Guy HĂ©raud. In: Heiko Kauffmann, Helmut Kellershohn, Jobst Paul (Hrsg.): Völkische Bande. Dekadenz und Wiedergeburt – Analysen rechter Ideologie. MĂŒnster 2005, S. 123–157, hier: S. 127.
cite-note-2323. ↑ Listen von 1946 (b, o) und 1948 auf polunbi.de.
cite-note-2424. ↑ Listen von 1953: f und b.
cite-note-2525. ↑ Ulrich Prehn: Die wechselnden Gesichter eines ‚Europa der Völker‘ im 20. Jahrhundert. Ethnopolitische Vorstellungen bei Max Hildebert Boehm, Eugen Lemberg und Guy HĂ©raud. In: Heiko Kauffmann, Helmut Kellershohn, Jobst Paul (Hrsg.): Völkische Bande. Dekadenz und Wiedergeburt – Analysen rechter Ideologie. MĂŒnster 2005, S. 123–157, hier: S. 128.
cite-note-6-2626. ↑ Ulrich Prehn: Die wechselnden Gesichter eines ‚Europa der Völker‘ im 20. Jahrhundert. Ethnopolitische Vorstellungen bei Max Hildebert Boehm, Eugen Lemberg und Guy HĂ©raud. In: Heiko Kauffmann, Helmut Kellershohn, Jobst Paul (Hrsg.): Völkische Bande. Dekadenz und Wiedergeburt – Analysen rechter Ideologie. MĂŒnster 2005, S. 123–157, hier: S. 140.